01. Oktober 2026 · Giuseppina Isbecerir, Sonnenklar Gebäudeservice
Praxisreinigung: Hygieneanforderungen verständlich erklärt
Was RKI-Empfehlungen, Hygieneplan und Risikobereiche für die Reinigung einer Arztpraxis bedeuten: Welche Flächen desinfiziert werden, warum Einwirkzeit und Farbsystem zählen, was eine Reinigungsfirma leisten muss und was beim Praxisteam bleibt.
Warum die Praxisreinigung anderen Regeln folgt
In einem Büro geht es bei der Reinigung um Sauberkeit und einen gepflegten Eindruck. In einer Arztpraxis kommt ein zweites Ziel dazu: Krankheitserreger dürfen nicht von einem Patienten zum nächsten wandern. Deshalb gelten für Behandlungsräume, Wartezimmer und Sanitärbereiche eigene Anforderungen, die in Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und im Hygieneplan der Praxis festgelegt sind.
Dieser Ratgeber erklärt, was hinter den Begriffen steckt und woran Sie erkennen, ob eine Reinigung den Anforderungen entspricht.
Die Grundlage: KRINKO-Empfehlung und Hygieneplan
Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut veröffentlicht die Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen”. Sie richtet sich an Krankenhäuser, gilt aber ebenso als Maßstab für Arzt- und Zahnarztpraxen. Die Empfehlung legt fest, welche Flächen gereinigt und welche zusätzlich desinfiziert werden, wie oft und mit welchen Mitteln.
Das zweite Dokument ist der Hygieneplan der Praxis. Er beschreibt für jede Fachrichtung und jeden Raum, was zu tun ist, und bildet die Vorgabe für alle, die in der Praxis reinigen. Praxen, in denen invasive Eingriffe stattfinden, sind nach dem Infektionsschutzgesetz zu einem Hygieneplan verpflichtet. Für alle anderen Praxen empfiehlt er sich ebenfalls, weil das Gesundheitsamt bei einer Begehung danach fragt.
Für den Reinigungsdienst heißt das: Er arbeitet nicht nach eigenem Ermessen, sondern nach dem Hygieneplan der Praxis. Bei unserer Praxisreinigung in Karlsruhe gleichen wir den Plan bei der Besichtigung mit unserem Vorgehen ab und schreiben daraus einen Reinigungs- und Desinfektionsplan je Raum.
Risikobereiche: Nicht jeder Raum braucht dasselbe
Die KRINKO teilt Flächen in Praxen und Kliniken nach dem Infektionsrisiko ein. Diese Einteilung entscheidet darüber, ob gereinigt oder zusätzlich desinfiziert wird.
Bereiche ohne Infektionsrisiko. Flure, Treppenhaus, Büro, Sozialraum, Lager. Hier reicht die normale Reinigung, wie sie auch in der Unterhaltsreinigung Karlsruhe üblich ist: Böden feucht wischen, Oberflächen abstauben, Abfall leeren.
Bereiche mit möglichem Infektionsrisiko. Behandlungsräume, Wartezimmer, Anmeldung, Patiententoiletten, Labor. Hier werden die Flächen mit häufigem Hand- und Hautkontakt desinfizierend gereinigt: Behandlungsliegen, Arbeitsflächen, Türgriffe, Lichtschalter, Tresen, Stuhllehnen, Armaturen. Die Fußböden werden gereinigt, in Behandlungsräumen nach Vorgabe des Hygieneplans auch desinfiziert.
Bereiche mit besonderem Infektionsrisiko. Eingriffsräume und Räume für ambulante Operationen. Dort werden patientennahe Flächen und Fußböden nach jedem Eingriff desinfiziert, meist durch das Praxispersonal selbst.
Ein guter Anbieter fragt bei der Besichtigung nach diesen Bereichen und behandelt nicht die ganze Praxis gleich. Wer überall dieselbe Lösung einsetzt, verschwendet Desinfektionsmittel im Flur und spart im Behandlungsraum an der falschen Stelle.
Reinigung und Desinfektion sind zwei Schritte
Der häufigste Fehler in der Praxishygiene ist, Desinfektion mit Reinigung zu verwechseln. Desinfektionsmittel wirkt nur auf sauberen Flächen. Liegt Staub, Blut oder Hautfett darauf, erreicht das Mittel den Erreger nicht.
Deshalb gilt im Behandlungsraum eine feste Reihenfolge:
- Reinigen. Sichtbarer Schmutz wird mit einem Tuch und Reinigungslösung entfernt.
- Desinfizieren. Die Fläche wird mit Desinfektionslösung vollständig benetzt, nicht nur besprüht. Das nennt sich Wischdesinfektion.
- Einwirken lassen. Jedes Mittel hat eine vom Hersteller angegebene Einwirkzeit, oft zwischen einer und fünfzehn Minuten. Erst danach darf die Fläche wieder benutzt oder trocken gewischt werden.
Sprühdesinfektion ist aus zwei Gründen ungeeignet: Der Sprühnebel benetzt die Fläche ungleichmäßig, und die Reinigungskraft atmet das Mittel ein. Die KRINKO empfiehlt die Wischdesinfektion als Standard.
Verwendet werden sollten nur Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit. Als Nachweis gilt in Deutschland die Liste des Verbunds für Angewandte Hygiene (VAH). Ihr Hygieneplan nennt meist das Produkt oder die Wirkstoffgruppe. Der Anbieter arbeitet dann mit diesem Mittel und nicht mit dem, das er gerade im Wagen hat.
Das Farbsystem: Warum das Tuch aus der Toilette nie am Tresen landet
Ein zweiter Grundsatz der Praxishygiene ist die Trennung der Arbeitsmittel. Damit keine Keime aus dem Sanitärbereich in den Behandlungsraum getragen werden, arbeiten Reinigungskräfte mit farblich getrennten Tüchern und Eimern. Ein verbreitetes System:
- Rot für WC und Urinal
- Gelb für Waschbecken, Fliesen und übrige Sanitärflächen
- Blau für Möbel, Tresen, Türgriffe und allgemeine Oberflächen
- Grün für Küche und Sozialraum
Die Tücher werden nach jedem Raum gewechselt. Ein Tuch, das in Behandlungsraum 1 die Liege abgewischt hat, geht nicht in Behandlungsraum 2. Verbrauchte Tücher werden bei mindestens 60 Grad gewaschen oder als Einmaltücher entsorgt.
Was zur Praxisreinigung gehört und was nicht
Auch mit externer Reinigung bleiben Aufgaben beim Praxisteam. Die Grenze sollte im Reinigungsplan schriftlich stehen, damit nichts doppelt oder gar nicht gemacht wird.
Sache des Reinigungsdienstes
- Reinigung und Wischdesinfektion der Kontaktflächen in Behandlungsräumen, Wartezimmer und Anmeldung
- Fußböden reinigen, in Behandlungsräumen nach Hygieneplan desinfizieren
- Sanitärräume reinigen und desinfizieren, Verbrauchsmaterial auffüllen
- Abfallbehälter leeren nach Vorgabe der Praxis
- Sozialraum, Flure, Lager und Büro in normaler Unterhaltsreinigung
- Dokumentation je Termin, wenn die Praxis das wünscht
Sache des Praxisteams
- Aufbereitung von Instrumenten und der Umgang mit Sterilgut
- Desinfektion medizinischer Geräte und der Behandlungseinheit nach jedem Patienten
- Entsorgung von medizinischem Sonderabfall wie Kanülen und kontaminiertem Material
- Flächendesinfektion zwischen zwei Patienten während der Sprechzeit
Medizinische Geräte reinigen wir nur außen und nur nach ausdrücklicher Freigabe. Was in Ihrer Praxis dazu zählt, legen wir bei der Besichtigung fest.
Dokumentation: Der Nachweis für die Begehung
Bei Begehungen prüft das Gesundheitsamt, ob der Hygieneplan umgesetzt wird. Ein Reinigungsnachweis je Termin gehört zu den Unterlagen, die dann gern gesehen werden: welcher Raum wann von wem gereinigt und desinfiziert wurde. Die Form ist frei, als Nachweisliste in der Praxis oder als Datei für Ihr Qualitätsmanagement. Wichtig ist nur, dass sie lückenlos ist.
Zeiten, Schlüssel und Diskretion
Praxen werden außerhalb der Sprechzeiten gereinigt: früh, abends oder am Wochenende. Das schützt Patienten vor Desinfektionsmittelgeruch und lässt Zeit für die Einwirkzeiten. Weil die Reinigungskräfte allein in der Praxis sind, zählt Diskretion: Patientenunterlagen, Bildschirme und Rezeptblöcke werden nicht angefasst. Feste Kräfte, die die Praxis kennen, sind besser als wechselndes Personal. Eine schriftliche Verschwiegenheitserklärung ist bei einem seriösen Anbieter selbstverständlich.
Checkliste für das Gespräch mit einem Anbieter
Wenn Sie die Praxisreinigung vergeben oder wechseln, klären diese Fragen, ob der Anbieter Praxen kennt:
- Arbeiten Sie nach unserem Hygieneplan, und schauen Sie ihn sich vor dem Angebot an?
- Wie trennen Sie Reinigung und Desinfektion, und wie halten Sie Einwirkzeiten ein?
- Mit welchem Farbsystem arbeiten Sie, und wie oft wechseln Sie die Tücher?
- Verwenden Sie VAH-gelistete Desinfektionsmittel oder das Produkt aus unserem Hygieneplan?
- Bleiben die Reinigungskräfte für unsere Praxis dieselben?
- Können Sie die Reinigung je Termin dokumentieren?
- Was übernehmen Sie nicht, und steht das im Reinigungsplan?
- Wann kontrolliert jemand die Arbeit vor Ort, und wen rufen wir bei einer Reklamation an?
Wer diese Fragen ohne Nachdenken beantwortet, hat schon Praxen gereinigt. Wer ausweicht, rückt vermutlich mit der Büroroutine an.
Wann eine Grundreinigung dazukommt
Die laufende Praxisreinigung hält den Zustand. Böden in Flur und Wartezimmer verlieren trotzdem mit der Zeit ihren Glanz, Fugen im Sanitärbereich setzen sich zu. Dann ist eine Grundreinigung mit Maschine sinnvoll, meist einmal im Jahr an einem Wochenende.
Angebot für Ihre Praxis in Karlsruhe
Wenn Sie die Reinigung Ihrer Praxis abgeben möchten, sehen wir uns die Räume außerhalb der Sprechzeiten an und gleichen Ihren Hygieneplan mit unserem Vorgehen ab. Das Angebot mit Reinigungs- und Desinfektionsplan je Raum erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden nach der Besichtigung. Melden Sie sich über die Kontaktseite, rufen Sie an unter +49 152 24584833, schreiben Sie per WhatsApp oder an info@sonnenklar-gebaeudeservice.de.
Neben Praxen übernehmen wir als inhabergeführte Reinigungsfirma die gesamte Gebäudereinigung in Karlsruhe und im Umkreis von 30 Kilometern, von der Büroreinigung bis zur Treppenhausreinigung für Hausverwaltungen.
Über die Autorin
Giuseppina Isbecerir führt Sonnenklar Gebäudeservice, eine inhabergeführte Reinigungsfirma aus Karlsruhe-Daxlanden. Vor der Gründung 2026 hat sie über sechs Jahre in der Gebäudereinigung gearbeitet. Alle Leistungen im Überblick: Gebäudereinigung in Karlsruhe.

